
„Welche Bedeutung können historische Frauenbiographien für uns heute haben?“ Diese Frage bildet den Ausgangspunkt für das Stück „Weiber“.
Die Leiterin des Ensembles, Caroline Kühnl, hat die 60–80-jährigen Schauspielerinnen zur eigenen Recherche ermuntert. Gefunden wurden unterschiedliche Lebensentwürfe von Frauen aus vielen Jahrhunderten und im gemeinsamen Prozess zu Theaterrollen entwickelt. Auf der Bühne zu sehen sind u.a. Malerin Artemisia Gentileschi, Kaiserin Theodora von Byzanz und Schauspielerin Marilyn Monroe. Die Spielerinnen stoßen im Spiel auf Parallelen zwischen dem Gestern und Heute. Sie betrachten gemeinsam, wie ihr Frausein ihre Biographie geprägt hat: Mädchen und junge Frauen waren sie in einer Zeit, die von Emanzipation noch nichts wusste, als Berufstätigkeit für Mütter noch unüblich war, als das Zusammenleben von Mann und Frau in Freiheit und Gleichberechtigung nur zögerlich diskutiert wurde. Sie fragen nach dem, was sie verbindet und ihnen Stärke gibt. Die gefundenen Antworten sind sehr unterschiedlich. Sie machen deutlich, wie viel sich verändert hat, zeigen aber auch, dass es keine universellen, sondern nur individuelle Lösungen gibt.
Präsentiert wird eine Ensemblearbeit, die durch die Kraft ihrer getanzt wirkenden Bilder überzeugt. „Theater soll leise und eindringlich sein. Nicht das unmittelbar Gesagte ist von Bedeutung, sondern das, was sich uns durch das Ganze aus Klängen, Stimmungen, Körperbildern, Rhythmen und Melodien mitteilt.“ sagt Caroline Kühnl über ihre Arbeit. Bühnenbild und Kostüme sind bewußt sehr reduziert. Die Spielerinnen, ihre Authentizität, ihre Verwandlungsfähigkeit und Spielfreude nehmen den Zuschauer mit auf die Reise in die Vergangenheit und zurück.
Wie viele andere Seniorenensemble zeigt das „theater rauhreif“ aus Wuppertal, dass ältere Menschen Kultur gestalten und in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens Stellung beziehen. Theater nicht nur für alte Menschen.
Künstlerische Leitung: Caroline Kühnl