
Papst Gregor hat sie im 6. Jahrhundert bereits benannt: Die sieben Todsünden. Jeder kennt sie und jeder hat gute und schlechte Erfahrungen mit Habgier, Neid, Maßlosigkeit, Zorn, Stolz, Wollust und Faulheit gemacht. Die neunköpfige Gruppe „Top Fifties“ vom Theater Oberhausen hat die menschlichen Verfehlungen genauer untersucht und zum Thema ihres ersten Stückes gemacht. Warum darf man nicht einfach mal stolz auf sich sein und dies auch laut aussprechen? Wieso bin ich nie mit dem zufrieden, was ich habe? Können neidische Gefühle nicht auch mein eigenes Tun beflügeln? Welche Rolle spielt dabei die Gesellschaft? Aus eigenen Erlebnissen, literarischen Texten und Gedichten ist eine Szenencollage entstanden, die um die sieben Todsünden kreist. In Wort, Gesang und Bewegung bringen meist sündenfreie Frauen die Untugenden auf sündhaft spaßige Weise ans Licht.
Die Top Fifties wurden im September 2007 am tip-Theater Oberhausen von der Dramaturgin und Theaterpädagogin Ariane Schön gegründet. Die Theaterspielwerkstatt 50 Plus bot erstmals älteren Erwachsenen die Möglichkeit, Theater zu spielen. Teilnehmerinnen im Alter von 50 bis 73 Jahren erarbeiteten nach einigen Monaten des Trainings und der Improvisation ab Dezember 2007 die Produktion „Alles Sünde, oder was?“, die im Mai 2008 am Theater Oberhausen Premiere hatte. Das nächste Stück, eine Krimi-Komödie, ist in Vorbereitung und wird im Mai 2009 auf die Bühne kommen.
Inszenierung: Ariane Schön
Produktionsassistenz: Stephanie Biesolt
Mit: Sigrid Andrich, Rita Bode, Anna Burkelc, Ingrid Fiedler, Gudrun Esche, Gertrud Page, Theresia Teich, Elke Ungerer, Marita Wippmann