Max Frischs Stück "Graf Öderland", dessen erste Version er 1951 schrieb und an dem er bis 1961 arbeitete und nie zufrieden war, nannte er sein „Schmerzenskind“.
Ein Staatsanwalt steigt aus, weil er keine Motive für den Mord eines bis dahin unbescholtenen Bankangestellten an einem Hausmeister finden kann. Er schließt sich einer Gruppe von ebenfalls Enttäuschten an und wir zur Sagengestalt Graf Öderland hochstilisiert. Doch bald zerbricht die Bewegung. Der Befreiungsschlag des Staatsanwaltes in dem Stück mündet in einem Alptraum.
Der Bühne 55 geht es in ihrer Beschäftigung mit dem Stück vor allem um den Gedanken des Ausstiegs aus der bürgerlichen Normalität. Wo sind unsere Träume, Wünsche, Sehnsüchte, aber auch Abgründe?
Bühne 55: In den Spielzeiten 06/07 und 07/08 veranstaltete das Theater Bielefeld das generationenübergreifende Theaterprojekt SCHWUND in Kooperation mit dem Alarmtheater, seit 08/09 gibt es einen Spielclub für Senioren und seit 09/10 zusätzlich die Bühne 55, deren erste Produktion »Klare Köpfe Kontrovers« am 22.6. im TAMzwei Premiere feierte. Manche Mitwirkende standen auch bereits in Zeitsprung-Tanzprojekten so wie in den Chören zu »Kalka« und »Antigone« auf der Bühne.
Regie: Gunther Möllmann
Bühne: Denise Schaap
Technik/Licht: Anka Krüger
Regieassistenz: Lena Hesse
Es spielen: Karl-Friedrich Bullermann, Hans Frieder Dietz, Annedore Hof, Marlies Horaczek, Heinrich Jürgenbehring, Arnold Schulz, Jutta Smaglinski, Helga Vogt, Monika Willuweit, Rosemarie Zurhorst
Premiere am 26.02.2011 im TAMzwei, Bielefeld