
Ein Stück des Theaters „Dritte Halbzeit“ über Jugend und Kindheit in der Kriegs- und Nachkriegszeit Senioren zwischen 55 und 80 Jahren haben sich in der Theatergruppe »3. Halbzeit« zusammengefunden, um gemeinsam ein Stück zu entwickeln und es szenisch umzusetzen. Im Rahmen echter Projektarbeit ist ein Werk entstanden, in welchem Episoden aus dem Leben der Akteure, sowie Geschichten aus dem Familien- und Freundeskreis mit dem Zeitgeschehen von 1933 bis 1950 verknüpft werden.
Wie Perlen auf einer Schnur reihen sich die Ereignisse aus dem Leben der Familie Griesenbruch aneinander. Die Großeltern Franz und Friederike Griesenbruch stammen noch aus dem 19. Jahrhundert. Ihre vier Kinder durchleben die Kriegs- und Zwischenkriegszeiten. Sie sind vom politischen Geschehen geprägt. Wir lernen aktive NSAnhänger, Widerstandskämpfer und naive Mitläufer kennen. Näher beleuchtet wird das Schicksal der Enkelgeneration.
Nationalsozialismus, Krieg, Bombennächte, Flucht, verlorene Kinder sind Elemente, die im Stück auftauchen und anlässlich einer Beerdigung aus dem Dunkel der Vergangenheit wieder ans Tageslicht kommen. Es geht um Dominanz, Hörigkeit, tiefe innere Einsamkeit, Eifersucht, Neid, aber auch um Liebe, Zugehörigkeit und Füreinandereinstehen. Nicht zuletzt wird deutlich, wie das Schicksal der Eltern in das Leben der Kinder hineinregiert.
Die jetzt lebende ältere Generation hat all das erlebt, aber nicht darüber sprechen können. Aufarbeitung und psychologische Betreuung gab es für diese Generation nicht. So ist der Aufbau nach dem Krieg verknüpft mit dem Schweigen einer Generation über das, was oft bestimmend für ihr Leben gewesen ist.
Wir versuchen, das Schweigen zu überwinden.